Gastherme

1894 kann gemeinhin als Geburtsjahr der Gastherme bezeichnet werden. In diesem Jahr meldete der deutsche Ingenieur und Erfinder Hugo Junkers den ersten Gasbadeofen auf der Grundlage seines Kalorimeters, einem mannshohem Standgerät, das den Brennwert des verwendeten Gases misst, unter der Bezeichnung Flüssigkeitserhitzer, zum Patent an.

Unter dem einprägsamen Motto „Jeder Tag ist Badetag“ ermöglichte die Erfindung in der Folgezeit, breitere Bevölkerungsschichten regelmäßig mit warmem Wasser zu versorgen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der anfangs fest stehende Gasbadeofen zu einem leichten Wandmodell, der Gastherme, weiter entwickelt.

Gasthermen kann man auch als mit Gas betriebene Durchlauferhitzer bezeichnen
. Die Haupteinsatzgebiete der Gasthermen sind ihre Verwendung als Etagenheizungen in Mehrfamilienhäusern, zum Beispiel in vielen Altbauten, oder als Heizungsanlage in Einfamilienhäusern. Gasthermen arbeiten wie atmosphärische Kessel und werden häufig auch als Gas-Umlauferhitzer bezeichnet. Durch ihre kompakte Bauweise und geringen Ausmaße lassen sich die Geräte gut in Küche, Bad oder Flur integrieren. Die Gastherme ist stets fest an der Wand installiert. Im Gegensatz zu Boilern oder anderen Warmwasserbereitern, startet die Gastherme erst dann, wenn das heiße Wasser tatsächlich benötigt wird.

Wie geht das?
Das Funktionsprinzip ist immer das Gleiche. Wird der Warmwasserhahn geöffnet, fällt der Druck in der Leitung ab, und Wasser fließt durch die Gastherme. Ein Differenzdruckschalter erkennt den Wasserdurchfluss und öffnet das Gasventil. Eine ständig brennende Zündflamme oder ein sich selbsttätig zuschaltender Piezozünder startet den Gasbrenner. Das fließende Wasser wird in Röhren mit Lamellen durch die Flammen geleitet und dabei erhitzt. Das Erhitzen dauert nur wenige Sekunden. Dreht man den Wasserhahn wieder zu, sorgt der Differenzdruckschalter dafür, dass die Gaszufuhr unmittelbar unterbrochen wird. Gasthermen auf dem heutigen Stand der Technik zünden auch ohne elektrischen Strom, indem die Zündenergie aus dem fließenden Wasser genutzt wird.
75 bis 85 Prozent beträgt der Wirkungsgrad von Gasthermen heutiger Provenienz. Von einer bezahlten Kilowattstunde verliert man folglich nur ca. 15 bis 25 Prozent. Diese Verluste setzen sich aus der Abwärme durch den Schornstein und den Verlusten durch die Abstrahlung des Gerätes zusammen. Kurzum: Gasthermen schonen die natürlichen Ressourcen und haben eine gute Energieausbeute. Auch aus ökologischer Sicht sind Gasthermen also empfehlenswert.
Und eine Gastherme rechnet sich auch und gerade im Hinblick auf die Strompreise. Da die Gaskosten im Verhältnis zu den anderen Energiekosten günstig sind, liegen die Verbrauchskosten für die Gastherme unter denen konkurrierender Systeme. Nur einmal im Jahr müssen die Brennräume gereinigt werden. Zudem erfolgt eine jährliche Überprüfung durch den Schornsteinfeger.

Da die Kosten für die Wassererwärmung durch fossile Energie kontinuierlich steigen, kann es aus ökonomischen und ökologischen Gründen durchaus sinnvoll erscheinen, die Warmwasserbereitung möglichst in einem zentralen Kessel pro Haus zu organisieren. Den Verbrauchsvorteilen einer zentralen Warmwasserbereitung stehen jedoch die Investitionen für deren Aufbau entgegen, welche in der Regel deutlich höher sind als die Installation einzelner Gasthermen in den Wohnungen.
Attraktiv sind für den preisbewussten Verbraucher auch moderne Gaskombi-Geräte. Dann wird die Therme für Warmwasser und Heizung eingesetzt. Und man kann mit einer Therme auch einen Wasserspeicher aufheizen und so den vollen Wasserdruck in die Badewanne bekommen.
Traditionell wird das Abgas über den Schornstein nach draußen geführt. Seit einiger Zeit gibt es auch eine sogenannte raumluftabhängige Bauart. Mittels eines Spezialrohrs werden zugleich Abgase abgeführt und Verbrennungsluft zugeführt. Da die Abgaswege in diesem Fall möglichst kurz sein müssen, wird die Gastherme in diesen Fällen direkt unter dem Dach positioniert. Derzeit gilt die moderne Systemeinheit raumluftunabhängige Gastherme mit konzentrischer Luft-/Abgasführung, die kontinuierlich im Detail von den Entwicklern der großen Hersteller weiter entwickelt wird, als eines der wirtschaftlichsten Heizsysteme am Markt.

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